Auf ewig verbunden, doch niemals eins ~ Teil 2

Aufbruch

AufbruchAls Jason fort war, ging alles seinen gewohnten Gang weiter. Nur mir erschien unsere Welt plötzlich unsagbar klein und ich begriff, wie wenig wir wussten, obwohl uns all das Wissen über die Natur und ihrer Bewohner schon seit bei unserer Geburt mit auf den Weg gegeben wurde. All die Schönheit unserer Insel, ob in Sonnenstrahlen oder Mondenschein getaucht, konnte mein Herz nicht mehr erfüllen.

In einer Nacht schließlich schlich ich mich ans Ufer. Die Sterne spendeten mir genug Licht um mich zurechtzufinden. Die Füße ins kalte Wasser getaucht, stand ich da und betrachtete den Horizont. Aber viel zu sehen gab es dort nicht, der Nebel versperrte mir die Sicht auf das offene Meer. Was mich dennoch dazu bewogt dort zu stehen und in die Ferne zu sehen, war dieses seltsame Gefühl in meiner Brust. Menschen nennen es Sehnsucht, wie ich lernen sollte.

Noch etliche Nächte schlich ich mich ans Ufer, bevor ich immer tiefer in die See ging. Das Schwimmen fiel mir nicht schwer und ich war mir sicher, dass ich es notfalls tagelang durchhalten würde. Was nicht zuletzt daran liegt, dass das Wasser mir wohlgesonnen ist. Allerdings wusste ich nicht in welche Richtung ich mich bewegen sollte, denn selbst als ich den Nebel durchquert hatte, sah ich nur Wasser am Horizont.

Ich vertraute auf meine Mutter und ließ mich von der Strömung einfach treiben. Sie würde den Weg kennen und sollte sie mich wieder nach Hause führen, so wollte ich mich ihrem Willen beugen. Aber sie brachte mich nicht zurück sondern voran. Nach drei verstrichenen Tagen und Nächten konnte ich in der Ferne Land entdecken…

 

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