Dr. Jekyll und Mr. Hyde, Das Phantom der Oper, Der Golem

Robert Louis Stevenson – Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde

 

Der Notar Gabriel Utterson spürt einer Geschichte nach, die ihm Grauen bereitet, jedoch ebenso sein Interesse weckt: das Auftauchen eines kleinwüchsigen Mannes mit erschreckend bösartigen Gesichtszügen, der ein ausgesprichen schlechtes Benehmen an den Tag legt und auch vor Gewalt nicht zurück schreckt, scheint mit der Person des respektablen Dr. Henry Jekyll verknüpft zu sein. Durch hinterlassene Aufzeichnungen bestätigt sich ein schauriger Verdacht: bei Mr. Hyde und Dr. Jekyll handelt es sich um ein und die selbe Person…

 

Zu Beginn: Wir halten dem Werk zu Gute, dass es bereits 1886 geschrieben. Heutzutage kennen wir nicht nur die Thematik von Jekyll und Hyde auswendig, sondern kennen allgemein sehr viele Geschichten rund um Doppelleben.

Schade ist vor allem, dass die Novelle sehr kurz ist und damit kaum Zeit hat sich richtig zu entfalten. Außerdem ist es mir nicht gelungen eine Bindung zu Jekyll aufzubauen, weil die Geschichte aus der Sicht von Außenstehenden erzählt wird. Einen nennenswerten Einblick in Jekylls Gefühlswelt gibt es nicht. Hydes Taten werden auch nicht geschildert, was nun nicht weiter schlimm ist. Jeder kann sich selbst ausmalen, was Hyde getrieben hat.

Gefallen hat mir eine Tatsache besonders. Im Gegensatz zu dem Bild, welches man aus Verfilmungen kennt, ist Hyde hier unterentwickelt. Er ist klein und schmächtig. Dies wird damit erklärt, dass Jekyll seine dunkle Seite stets unterdrückt hat. Je häufiger Hyde jedoch hervortritt und lernt, desto mehr entwickelt sich auch sein Körper.

Wenn man Interesse hat, die Novelle einmal zu lesen, sollte man es auf jeden Fall tun. Ich fand es durchaus interessant, aber für das heutige Zeitalter fehlt einfach etwas ^_^

 

 

Gaston Leroux – Das Phantom der Oper

 

In den Gewölben der Pariser Oper hält sich ein unsagbar hässlicher Mensch verborgen. Er hat zwei Leidenschaften: die Musik und die junge Sängerin Christine Daaé. Um sie zum Star der Oper zu machen, ist ihm jedes Mittel recht, und bald hat er das ehrwürdige Gebäude in ein Tollhaus verwandelt und Sänger und Personal in Angst und Schrecken versetzt. Christine erliegt zunächst seinem Werben, bis sie sich in einen Spielgefährten ihrer Kindheit, den Vicomte de Chagny, verliebt, und das Phantom rasend wird vor Eifersucht.

 

Nachdem ich vor kurzem das Musical gesehen hab, hatte ich richtig Lust das Buch zu lesen. Es hat sich glücklicherweise gelohnt * _ *

Ich fand es sehr spannend geschrieben und konnte es daher kaum aus der Hand legen. Wobei ich sagen muss, dass sowohl Christine als auch Raoul bisweilen echt nervtötend sein können. Wenn Raoul den leidenden Geliebten zum Besten gibt, hätte ich ihm am liebsten in den Arsch getreten und Christine ist eben eine Frau, der damaligen Zeit XD

Christine trägt auch durch ein Handeln ein großes Stück zu ihrem Unglück bei. Ist nun nicht so, dass ich nicht verstehen könnte, dass man vom Phantom weg will. Ich meine, wer möchte schon mit einem entstellten, verrückten Mann in der Kanalisation leben? Allerdings sollte man auch auf das hören, was Psychopaten einem sagen und nicht zu neugierig sein XD

Apropos Psychopaten: Obwohl Eric im Buch deutlich wahnsinniger als im Musical ist und er dadurch etliches Böses tut, kann man dennoch Mitgefühl für ihn aufbringen. Denn im Grunde ist er eine ganz arme Seele und will nichts weiter als geliebt werden Q  _ Q

 

 

Gustav Meyrink – Der Golem

Ein namenloser Erzähler, zu Besuch in Prag, fällt in seinem Hotelzimmer nach der Lektüre eines Buchs über das Leben des Buddha Gotama in einen unruhigen Halbschlaf. Sein schwindendes Bewusstsein entlässt ihn in einen Traum, in dem er sich als der Gemmenschneider Athanasius Pernath im geheimnisvollen Labyrinth des Prager Gettos wiederfindet. In dessen gespenstischer Atmosphäre voller Liebe und Leidenschaften, Intrigen, Hass und Verbrechen, Angst und Grauen begegnet »Pernath« dem Golem, der als Doppelgänger des Menschen erscheint. Seine Begegnungen mit dem Golem gipfeln im Wunsch und in der Hoffnung, ein erlöstes, unsterbliches Ich zu erlangen. Als der Erzähler wieder erwacht, findet er einen verwechselten Hut mit dem Namen Athanasius Pernath. Bei seinen Nachforschungen entdeckt er weitere Spuren des Geträumten in der so genannten Wirklichkeit.

 

 

Puh, das war echt anstrengend. Die Geschichte beruht lose auf der jüdischen Golem-Legende. Wobei man nicht wirklich von einer Adaption sprechen kann. Die Sage dient mehr als Hintergrund. Und eigentlich hat Gustav Meyrink auch eine interessante und spannende Erzählung geschaffen. Nur leider ist der Stil eher zäh und er hält sich bei unwichtigen Stellen viel zu lange auf. Außerdem sind die böhmischen Passagen ein Grauen. Diese sind teilweise sogar über eine ganze Seite lang. Natürlich ist es so authentischer, aber zu lesen ist es die Hölle…

Die Grenzen zwischen Realität und Traum verwischen immer mehr und der Leser muss schon aufpassen und mitdenken um den Faden nicht zu verlieren. Das Ende war dann doch überraschend und lässt viel Raum für Eigeninterpretation.

 

Meine Edition beinhaltete alle drei Geschichten und ich bereue den Kauf nicht. Obwohl das wohl eher am Phantom der Oper liegt XD Aber immerhin kann ich nun damit angeben, dass ich drei Klassiker mehr gelesen hab 😉

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